Bewerbungsfoto zuschneiden: DIN, Größen, Tipps
Ein Bewerbungsfoto ist in Deutschland keine Pflicht. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) verbietet nicht ausdrücklich, ein Foto anzufordern, es schützt aber vor Benachteiligung, etwa wegen Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft oder Behinderung. Viele Arbeitgeber verzichten deshalb darauf, andere erwarten weiterhin eins. Wenn du eins beilegst, sollte es im passenden Format sein: 40×50 Millimeter ist verbreitete Konvention. Dieser Ratgeber zeigt Pixel-Maße für Druck und Online, Stil-Unterschiede zwischen Branchen und wie du selbst zuschneidest.
JR Von Jan-Tristan RudatRechtliche Lage: das Foto ist freiwillig
Eine gesetzliche Pflicht für ein Bewerbungsfoto gab es in Deutschland nie. Das AGG von 2006 verbietet nicht ausdrücklich, ein Foto anzufordern. Es verbietet die Benachteiligung wegen der in § 1 genannten Merkmale, darunter ethnische Herkunft, Geschlecht, Religion, Behinderung, Alter und sexuelle Identität. Ein Foto macht solche Merkmale sichtbar, deshalb ist die Anforderung für Arbeitgeber ein Risiko, und viele Stellenausschreibungen verzichten darauf.
Bewerbungen ohne Foto sind üblich und zulässig; wer keins beilegt, darf deswegen nicht benachteiligt werden. Trotzdem ist die Erwartung in einigen Branchen unverändert, etwa bei Banken, Kanzleien und Versicherungen. Das ist eine Frage der Branchenkultur, keine Rechtspflicht.
Wenn du dich gegen das Foto entscheidest, kommunizierst du eine bewusste Position. Wenn du dich dafür entscheidest, sollte das Foto professionell sein.
Format 40×50 mm: warum gerade so?
40×50 Millimeter ist 4:5-vertikal. Das Format hat sich in Deutschland aus zwei Quellen etabliert: dem klassischen Studio-Bewerbungsfoto und der DIN-A4-Mappe, wo es als Aufkleber oben rechts angebracht wurde.
Mit Online-Bewerbungen wurde das Format relativiert. PDF-Lebensläufe verwenden oft 30×40 mm oder einen runden Crop. Aber 40×50 bleibt die sichere, allgemein akzeptierte Wahl, weil die Hand-Mappen-Vergangenheit weiter nachwirkt.
Pixel-Spezifikation 40×50 mm
Bei 600 dpi (Druck): 945×1181 Pixel. Bei 300 dpi (Online-PDF): 472×591 Pixel. Bei 72 dpi (Bildschirm): 113×142 Pixel. Für gedruckte Fotos reichen meist 300 dpi, 600 dpi geben mehr Reserve.
Branchen-typische Stile
Es gibt einen Stil-Unterschied zwischen konservativen und kreativen Branchen, der sich am Foto spiegelt. Kanzleien, Banken, Versicherungen und Wirtschaftsprüfer erwarten klassische Composition: Anzug oder Kostüm, neutraler heller Hintergrund, frontaler Blick, leichtes Lächeln möglich aber nicht breit.
Tech-Unternehmen, Kreativ-Agenturen, Startups und Mode-Branche akzeptieren mehr Persönlichkeit: Casual-Outfit, farbiger Hintergrund, leicht versetzter Kopfwinkel, freundliches Lächeln. Manche Tech-Companies verzichten ganz auf Foto, weil sie diversity-statement-bewusst sind.
Beim Crop ist die Grundregel: gerade aufrechte Körperachse, Augen-Linie nicht abgeschnitten, Schulter-Bereich vollständig sichtbar.
Komposition: Kopf, Schulter, Augen
Ein gutes Bewerbungsfoto folgt einer einfachen Komposition. Der Kopf nimmt etwa zwei Drittel der Bildhöhe ein. Die Schulter-Linie ist im unteren Drittel sichtbar. Die Augen-Linie liegt etwa auf zwei Dritteln der Höhe, also leicht oberhalb der Bildmitte.
Beim Zuschneiden in unserem Tool: lade dein Foto hoch und wähle die Vorlage "Bewerbungsfoto" (4:5, 945×1181 Pixel Ausgabe). Verschiebe die Crop-Box, bis der Kopf zentriert in der oberen Bildhälfte sitzt und die Schultern unten ankommen.
- Kopfhöhe: etwa zwei Drittel der Bildhöhe (rund 33 mm bei 50 mm Höhe).
- Augen-Linie: bei zwei Dritteln der Bildhöhe, leicht über der Mitte.
- Schulter-Bereich: im unteren Drittel sichtbar, vollständig im Bild.
- Sicherheitsabstand: 5 mm zum oberen Rand (Haaransatz), 5 mm zum unteren Rand (unterhalb der Schulter-Linie).
Online-Bewerbung vs gedruckte Mappe
Für Online-Bewerbungen (PDF, Bewerber-Portale, LinkedIn-Profile) reichen 300 dpi. Das sind bei 40×50 mm konkret 472×591 Pixel. Wer LinkedIn als Bewerbungs-Channel nutzt, sollte zusätzlich ein quadratisches Profilfoto haben.
Für gedruckte Mappen sind 300 dpi ausreichend, 600 dpi (945×1181 Pixel) geben mehr Reserve. Der Pixel-Mehraufwand ist gering, der Gewinn an Druckschärfe sichtbar. Unsere Vorlage Bewerbungsfoto gibt 945×1181 Pixel aus.
Fotograf oder Selbstaufnahme
Studio-Fotos kosten zwischen 80 und 250 Euro für eine Serie von zehn bis dreißig Aufnahmen. Vorteile: professionelle Belichtung, mehrere Outfit-Varianten, hochwertige Datei. Nachteile: Terminbindung, Aufwand, Kosten.
Selbstaufnahmen mit Smartphone sind heute machbar, wenn Setup und Licht stimmen. Tageslicht von vorne, neutraler Wandhintergrund, Stativ oder Selfie-Stick. Unser Tool macht den Crop danach, wichtig ist nur, dass das Original-Foto die Komposition erlaubt.
Unsere Einschätzung
Wenn dein Bewerbungs-Kanal traditionell ist (Büro-Empfang, Mappe, Anwaltskanzlei), investiere in Studio. Wenn online und Tech-Branche: Smartphone-Aufnahme plus sauberen Crop reicht. Was zählt, ist Konsistenz im Auftritt.
Datei-Format und Datei-Größe
JPEG-95 ist Standard. Bei 945×1181 Pixel resultiert das in etwa 500 KB bis 1 MB Datei-Größe, klein genug für E-Mail-Anhänge und Portal-Uploads.
PNG ist eine Alternative, ist aber etwa drei bis viermal größer. Sinnvoll nur wenn Transparenz nötig ist oder bei Logos. Für Foto-Inhalte bleibt JPEG die richtige Wahl.
Häufige Fragen
Welche Größe hat ein klassisches Bewerbungsfoto?
40×50 Millimeter (4:5-Verhältnis). Bei 600 dpi sind das 945×1181 Pixel, bei 300 dpi 472×591 Pixel.
Brauche ich ein Bewerbungsfoto?
Nein, ein Foto ist keine Pflicht. Das AGG verbietet zwar nicht ausdrücklich, eins zu verlangen, schützt aber vor Benachteiligung. Viele Arbeitgeber verzichten darauf, manche konservative Branchen (Bank, Kanzlei, Versicherung) erwarten weiterhin eins.
Darf ich lächeln?
Ja. Im Gegensatz zum biometrischen Passfoto ist beim Bewerbungsfoto ein leichtes Lächeln erwünscht. Es signalisiert Zugänglichkeit. Ein zu breites Grinsen wirkt unprofessionell.
Welche Datei-Größe für Online-Bewerbungen?
JPEG-95 bei 472×591 Pixel (300 dpi) ergibt etwa 200 KB. Das ist ein praktischer Wert für E-Mail-Anhänge und Bewerber-Portale.
Soll der Hintergrund weiß sein?
Konservative Branchen erwarten neutralen hellen Hintergrund (weiß, hellgrau, hellbeige). Kreative Branchen erlauben farbige Hintergrund-Töne, die zur Persönlichkeit passen.
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