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Bewerbungsfoto zuschneiden: DIN, Größen, Tipps

Bewerbungsfotos sind in Deutschland rechtlich nicht mehr Pflicht — das AGG verbietet seit 2006 die Anforderung. Praktisch erwarten viele Personalverantwortliche aber weiterhin eins. Wenn du dich entscheidest, eins beizulegen, sollte es im richtigen Format sein. 40×50 Millimeter ist Branchenkonvention. Dieser Ratgeber zeigt Pixel-Mäße für Druck und Online, Stil-Unterschiede zwischen Branchen, und wie du selber zuschneidest.

✂️ Von Bruno Beschnitt

Rechtliche Lage seit dem AGG

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) aus 2006 verbietet Diskriminierung in Arbeitsverhältnissen. Eine Konsequenz: Bewerbungsfotos dürfen nicht verlangt werden, weil sie Diskriminierung anhand von Alter, Geschlecht, ethnischer Herkunft oder Behinderung erleichtern würden.

In der Praxis hat sich diese Regelung im deutschen Mittelstand und in der oeffentlichen Verwaltung durchgesetzt. Personalabteilungen weisen explizit darauf hin, dass ein Foto optional ist. Trotzdem ist die Erwartungshaltung in vielen Branchen unveraendert — Banken, Kanzleien, Versicherungen und Beratungen bevorzugen Bewerbungen mit Foto.

Wenn du dich gegen das Foto entscheidest, kommunizierst du eine bewusste Position. Wenn du dich dafür entscheidest, sollte das Foto professionell sein.

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Format 40×50 mm: warum gerade so?

40×50 Millimeter ist 4:5-vertikal. Das Format hat sich in Deutschland aus zwei Quellen etabliert: dem klassischen Studio-Bewerbungsfoto und der DIN-A4-Mappe, wo es als Aufkleber oben rechts angebracht wurde.

Mit Online-Bewerbungen wurde das Format relativiert. PDF-Lebenslaeufe verwenden oft 30×40 mm oder einen runden Crop. Aber 40×50 bleibt die sichere, allgemein akzeptierte Wahl, weil die Hand-Mappen-Vergangenheit weiter nachwirkt.

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Branchen-typische Stile

Es gibt einen Stil-Unterschied zwischen konservativen und kreativen Branchen, der sich am Foto spiegelt. Kanzleien, Banken, Versicherungen und Wirtschaftspruefer erwarten klassische Composition: Anzug oder Kostuem, neutraler heller Hintergrund, frontaler Blick, leichtes Lächeln möglich aber nicht breit.

Tech-Unternehmen, Kreativ-Agenturen, Startups und Mode-Branche akzeptieren mehr Persönlichkeit: Casual-Outfit, farbiger Hintergrund, leicht versetzter Kopfwinkel, freundliches Lächeln. Manche Tech-Companies verzichten ganz auf Foto, weil sie diversity-statement-bewusst sind.

Beim Crop ist die Grundregel: gerade aufrechte Körperachse, Augen-Linie nicht abgeschnitten, Schulter-Bereich vollständig sichtbar.

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Komposition: Kopf, Schulter, Augen

Ein gutes Bewerbungsfoto folgt einer einfachen Komposition. Der Kopf nimmt etwa zwei Drittel der Bildhöhe ein. Die Schulter-Linie ist im unteren Drittel sichtbar. Die Augen-Linie liegt etwa auf zwei Dritteln der Höhe — also leicht oberhalb der Bildmitte.

Beim Crop in unserem Tool: lade dein Foto rein, wähle Preset "Bewerbungsfoto" (4:5 mit 945×1181 Pixel Output). Verschiebe die Crop-Box bis der Kopf zentriert in der oberen Bildhaelfte sitzt und die Schultern unten ankommen.

  • Kopfhöhe: etwa zwei Drittel der Bildhöhe (rund 30 mm bei 50 mm Höhe).
  • Augen-Linie: bei zwei Dritteln der Bildhöhe, leicht über der Mitte.
  • Schulter-Bereich: im unteren Drittel sichtbar, vollständig im Bild.
  • Sicherheitsabstand: 5 mm zum oberen Rand (Haaransatz), 5 mm zum unteren Rand (unterhalb der Schulter-Linie).
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Online-Bewerbung vs gedruckte Mappe

Für Online-Bewerbungen (PDF, Bewerber-Portale, LinkedIn-Profile) reichen 300 dpi. Das sind bei 40×50 mm konkret 473×591 Pixel. Wer LinkedIn als Bewerbungs-Channel nutzt, sollte zusaetzlich ein 1080×1080 Quadrat-Profilfoto haben.

Für gedruckte Mappen ist 600 dpi Standard. Das sind 945×1181 Pixel. Der Pixel-Mehraufwand ist marginal, der Druck-Schaerfe-Gewinn deutlich. Unser Tool gibt 945×1181 als Default für den Bewerbungsfoto-Preset aus.

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Fotograf oder Selbstaufnahme

Studio-Fotos kosten zwischen 80 und 250 Euro für eine Serie von zehn bis dreissig Aufnahmen. Vorteile: professionelle Belichtung, mehrere Outfit-Varianten, hochwertige Datei. Nachteile: Terminbindung, Aufwand, Kosten.

Selbstaufnahmen mit Smartphone sind heute machbar, wenn Setup und Licht stimmen. Tageslicht von vorne, neutraler Wandhintergrund, Stativ oder Selfie-Stick. Unser Tool macht den Crop danach — wichtig ist nur, dass das Original-Foto die Komposition erlaubt.

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Datei-Format und Datei-Größe

JPEG-95 ist Standard. Bei 945×1181 Pixel resultiert das in etwa 500 KB bis 1 MB Datei-Größe — klein genug für E-Mail-Anhänge und Portal-Uploads.

PNG ist eine Alternative, ist aber etwa drei bis viermal größer. Sinnvoll nur wenn Transparenz nötig ist oder bei Logos. Für Foto-Inhalte bleibt JPEG die richtige Wahl.

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Häufige Fragen

Welche Größe hat ein klassisches Bewerbungsfoto?

40×50 Millimeter (4:5-Verhältnis). Bei 600 dpi sind das 945×1181 Pixel, bei 300 dpi 473×591 Pixel.

Brauche ich noch ein Bewerbungsfoto?

Rechtlich nein — das AGG verbietet seit 2006 die Pflicht. Praktisch erwarten viele konservative Branchen (Bank, Kanzlei, Versicherung) weiterhin eins. Tech-Branche zunehmend ohne.

Darf ich lächeln?

Ja. Im Gegensatz zum biometrischen Passfoto ist beim Bewerbungsfoto ein leichtes Lächeln erwuenscht. Es signalisiert Zugaenglichkeit. Ein zu breites Grinsen wirkt unprofessionell.

Welche Datei-Größe für Online-Bewerbungen?

JPEG-95 bei 473×591 Pixel (300 dpi) ergibt etwa 200 KB. Das ist optimal für E-Mail-Anhänge und Bewerber-Portale.

Soll der Hintergrund weiss sein?

Konservative Branchen erwarten neutralen hellen Hintergrund (weiss, hellgrau, hellbeige). Kreative Branchen erlauben farbige Hintergrund-Toene, die zur Persönlichkeit passen.

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